Da wird öfters von Firmen und Organisationen eine Schludrigkeit mit sensiblen Daten an den Tag gelegt, die einer die Haare zu Berge stehen lässt.
Einige Beispiele der letzten Zeit:
- Bankdaten von Kunden werden auf Microfiche verfilmt und unverschlüsselt, ungesichert ohne Kurier per Post versandt
- Mails mit Kundendaten werden mit unverschlüsseltem Inhalt an die falschen Empfänger versandt
- PIN-Nummern und Kreditkarten kann man sich bei einer Bank per Post nach telefonischer Anfrage an irgendeine Adresse ohne Nachprüfung derselben zusenden lassen
- Patientendaten landen als Ausdrucke im Altpapier
- Verbindungsdaten werden bei Telefongesellschaften missbräcuhlich verwendet und Personen ohne richterlichen Beschluss abgehört
- Callcenter-Mitarbeiter stiehlt Kundendaten, brennt CDs daraus und verkauft sie im Internet
- Interne Daten einer Gemeinde waren durch ungesicherten Webzugang einsehbar
- USB-Sticks und Laptops werden aus Bundesbehörde gestohlen
- Mailprovider lesen E-Mails mit
Das lässt sich noch beliebig verlängern. All diese Fälle zeigen, wie lässig in Deutschland Datenschutz oft gehandhabt wird.
Wer glaubt, dass der Widerstand gegen die Volkszählung, das beim Bundesverfassungsgericht erstrittene Volkszählungsurteil und die daraus entstandenen (fast erzungenen) Datenschutzgesetze etwas nützen, sieht sich getäuscht.
Daten sind eine wichtige Ware für die Wirtschaft, da darf dann auch mal über die Stränge geschlagen werden, denn der Bruch des Datenschutzes ist ein lässliches Vergehen. Und die Geschädigten bekommen sowieso keinen Schadensersatz.
Das Stehlen, Verschenken und fahrlässiges Umsichverteilen von Daten ist im sonst so kontrollsüchtigen Deutschland kein Problem. Und genügend Politiker und deren Berater der Wirtschaft machen es ja auch einfach, dass Recht auf Datenschutz regelmäßig gebrochen wird. Und es ist unbeschwert manchbar, weil die Strafen so weich sind. Und die dazugehörigen Richter und deren gutachterliche Berater sind oft inkompetent.
Da wird sich über Stasi 2.0 aufgeregt, so wird oft die erwünschte Datenschnüffelei der Bundespolizei genannt, aber das Schnüffeln von Privaten stört die wenigsten.
Sicherlich sind Privatpersonen auch schludrig, was deren Daten anbelangt.
- Paybackkarten sind ein beliebtes Mittel, um das Konsumverhalten der Kartenträger zu überwachen und kundengerecht zu werben. Nur wohin dann diese Datenspuren kommen und was damit geschieht, weiß niemand. Sicherlich haben Firmen Datenschutz, aber daran muss sich nicht immer jemand halten.
- Gewinnspiele sind eine gute Art und Weise, Geburtsdaten und Adressen zu bekommen. Obwohl es jetzt auch einfach ist, diese Daten als Meldedaten bei Gemeinden billigst zu kaufen.
- Kreditkartenbuchungen lassen auch auf das Verhalten und die Vorlieben von Personen schließen. Denn es kann über die Kreditkarte nachverfolgt werden, wer wo im Hotel wohnt, wo was kauft oder welche Veranstaltungen oder Lokale besucht.
- Kontoauszüge werden einfach in der Bank in den Papierkorb geworfen, damit sind genügend Daten zum Missbrauch des Kontos frei verfügbar
- Altpapier zeigt auch oft genug, wer welche Versicherung hat, wer mit wem in Briefkontakt steht, wer sich für welche Literatur interessiert und noch mehr
- In Containershows lassen sich Menschen einsperren und geben für wenig Geld und Pseudo-Star-Status intimstes über sich preis.
Auch diese Liste ist nur ein unvollständiges Beispiel, welche persönlichsten Daten Private gedankenlos um sich werfen.
Mir gruselt es bei dem Gedanken, dass bald die Bundesgesunheitskarte, upps – ich meine die Elektronische Gesundheitskarte kommt oder zwangseingeführt wird. Da werden nämlich alle Krankendaten aus der Arztpraxis auf externe Server ausgelagert, damit mehr und einfach auf diese wichtigen Daten zugreifen können.
Hacker und private Firmen mit unlauteren Absichten werden bestimmt was Nützliches nach Einkauf der Zugangspasswörter finden: die letzte Geschlechtskrankheit des bekannten Politikers S., die chronische Erkrankung der Mitarbeiterin Z., der letzte Augenarztbesuch der Rentnerin J.
All diese Daten sind verwendbar zu Erpressung oder Werbung oder … wer weiß?
Ja, wir sind ein goldenes Informationszeitalter – ein Zeitalter, in dem niemand mehr weiß, wer was über wen weiß:
Big Brother is not watching you! He's living beside you as neighbour, uncle or boyfriend.

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