Die Erzeugung von Zufallszahlen wurde dadurch so eingeschränkt, dass diese besser zu „erraten“ sind.
Worin besteht diese Sicherheitslücke?
Der Patch hat den Pool der Entropie von Zufallszahlen arg eingeschränkt. Zufallszahlen sind so deshalb besser zu eraten und deswegen mit openssl erzeugte Schlüssel unsicher.
Damit wurde nur noch die 16-Bit-lange Prozess-ID zur Erzeugung von Zufallszahlen verwendet und SSH- bzw. SSL/TLS-Schlüssel mittels einfachem Bruteforceangriff erratbar. (Quelle: Heise)
Eine wirkliche Gefahr für die Datensicherheit. Für MetaSploit existieren dezeit schon Exploits.
Wie kam es dazu?
Auf Grund einer Meldung des Qualitätssicherungstools Valgrind wurden Patches eingefügt, welche den angemeckerten Quellcode entfernen. Eine eingehende Analyse des problematischen Codes und Rücksprache mit den Herstellern des Originalcodes fanden jedoch nicht statt.
Was kann als Gegenmaßnahme getan werden?
Debian selbst hat ein Testtool bereitgestellt, welches solche unsicheren Schlüssel überprüfen kann; allerdings gibt es auch schon Hinweise, dass dieses Tool ab und an Schlüssel übersieht.
Mittels Bruteforce-Attacken kann also versucht werden, Schlüssel zu errechnen und dann in Systeme einzubrechen. SSH-Logins solten deshalb besser mit Programmen wie fail2ban oder denyhosts abgesichert werden, welche bei mehrfachen Fehllogins sperren.
Außerdem sind natürlich SSL-Verbindungen auch nicht mehr so sicher wie manch glauben. Auch dies Schlüssel lassen sich durch die mangelnde Entropie errechnen. Webserverbetreiber sollten deshalbt ihre Schlüssel und Zertifikate neu generieren.
Weitere Hinweise zum Problem
Weitere Quellen:
- http://www.debian.org/security/key-rollover/#openssh
- http://www.heise.de/security/Schwache-Krypto-Schluessel-unter-Debian-Ubuntu-und-Co--/news/meldung/107808
- http://www.heise.de/security/Konsequenzen-des-OpenSSL-Debakels--/news/meldung/107921
- http://www.links.org/?p=328
- http://wiki.debian.org/SSLkeys

Kommentare
#1 GwenDragon schrieb am 16.5.2008 - 17:20 Uhr folgendes:
Noch ein Nachtrag. Wer nicht so Recht weiß, ob das eigene System gefährdet ist, sollte das Heise-Tutorial lesen: <http://www.heise.de/security/Der-kleine-OpenSSL-Wegweiser--/artikel/108001>
In jedem Fall sind Systeme (auch Windows, MacOSX u. ä.) beispielsweise kompromittierbar, wenn bei Verschlüsselungen über SSH ein Schlüssel verwendet wird, der mit einem unsicheren OpenSSL erstellt wurde!
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