In jedem Fall ist es nicht nur im Iran gefährlich, sich auf irgendeine Art und Weise zu zeigen, geschweigedenn zu outen. Nein, todbringend ist die weibliche Homosexualität, wie sie verschämt oft genannt wird, nicht.
Aber ist es wirklich praktikabel »es« (upps, das böse L-Wort wollte nicht heraus) publik zu machen? Drohen da nicht arge Konsequenzen in Form von Ächtung in der Firma, in der Schule oder sonstwo?
Toleranz (lat. tolerare (von tolus „Last“), das „ertragen“
Wikipedia) ist ein gern verwendeter Bgriff in Deutschland; Freiheitlich, gut demokratisch wie wir doch sind. Ertragen – so wie lästige Fliegen oder den türkischen Nachbarn oder die alte Frau von Gegenüber, die zu viel redet, ertragen können wir sie. Aber wollen wir sie auch respektieren? Also Achtung entgegenbringen? Das wird dann schwieriger. Schon den meisten Frauen wird wenig Achtung und Respekt entgegengebracht, es sei denn sie ist Bundeskanzler(in), also mächtig.
Die lesbische Frau, kurz Lesbe genannt, als gleichrangige Person innerhalb der Gesllschaft oder nur einer Gruppe desselben Geschlechts? Nein, denn diese ist ja kein produktiver Teil des üblichen Systems, jdenfalls nicht, was die heterosexistische Norm angelangt. Die Realität sieht eben anders aus.
Im Arbeitsleben ist es nicht gern gesehen, ganz besonders wenn die lesbische Frau auch im sozialen Bereich tätig ist (und dort irgendwie Kinder oder Jugendliche irritiert sein könnten – wie nur, wenn es nicht die ängstlichen Erwachsene wären?) oder sonstwo auf irgendeine Weise „weiblich“ (wohlgemerkt ist hier das Heteroklischee mit allen Lebensumständen gemeint) sein muss.
Aber auch in der Politik sind sie, die versteckten Lesben, im Szene-Jargon auch uncharmant Schranklesben genannt. Da ist die christliche Religion und (vormals) gelebte Heirat nebst hausfraulicher Tätigkeit doch wichtiger, um sich politisch vorteilhaft zu positionieren – selbst in ganz linken Kreisen. Lieber bleibt diejenige nur Frau ohne Mann, damit sie von den Herren und Damen noch als solche wahrgenommen wird und nicht in deren Augen noch Sozial-, Medien- und Fachkompetenz verliert. Welche will schon zu „Solchen“ zugerechnet werden. Das ist doch kein wählbarer Zustand, ähm – ich meine, Wahlkandidat.
Gynozentrisch? Das wäre ja das Allerletzte. Das hat ja schon den Ruf von Emanze. Wieso sollten bitte Frauen wichtig sein? Es gibt doch genügend nette Männer. Zudem Gynozentrik ja nun wirklich nicht nett ist. Wer Wikipedia mit abstrusen Einträgen zu Gynozentrismus glaubt, liegt sowieso einem Irrtum auf und ist (un)wissentlich auf verlorenem Posten.
Nein, gynozentrisch ist keine Politik oder Ideologie sondern ein Zustand, den frau einnimmt. Ziel des Ganzen ist eben nicht, Männer in Grund und Boden zustampfen oder selbige abzuschaffen. Sie sind halt nur nicht so wichtig. Warum? Darum. Ist eben so. Herren und Damen, die es wissen wollen, können es in diversen Büchern nachlesen oder eben ihre eigene Meinung hier Äußern und diskutieren.
Was passiert also, wenn frau unachtsamerweise – jedenfalls was das altbekannte böse Patriarchat nach Alice S. anbelangt – lesbisch und gynozentrisch auch noch verbindet? Etwas Neues oder eben was Gutes? Oder etwas ungeheuerliches? Oder gar Verbotenes? Ist das der Sturz des Patriarchats? Nein, niemals.
Ich meine: Etwas Gutes.
Gynozentrisch, lesbisch – Gut!

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