Natürlich ist ein eBook wie jeder iPod® ein nettes Technikspielzeug, recht geeky (oder doch nicht!?), das gebe ich zu. Wahrscheinlich kann ich auch im eBook viel schneller was finden, wenn ich danach suchen will oder muss. Aber es gefällt mir nicht, diese Art zu „lesen“.
Es kann ja sein, dass im technischen Bereich wo die Manuals manchmal noch meterweise Regale füllen, das eBook sinvoll ist. Da kann ich sehr schnell Informationen finden. Obwohl solche Informationen auch auf einem handlichen Netbook gespeichert werden könnten.
Oder ist das eBook so toll, weil es
So ganz leuchten mir die Vorzüge des eBooks nicht ein.
Ein Buch aus guten Papier, mit einem illustrierten Einband, mit guter Bindung ist alle mal einfach was zum Anfassen. Wer glaubt, dass Optik (Sehen) und Haptik (Anfassen) überhaupt keine Rolle spielen beim Lesegenuss, irrt sich gewaltig. Und es gibt Bücher, die sind noch in Bleidruck gefertigt und nicht im Schnelloffset; das ist dann auch noch fassbarer Druck, wenn die Finger leicht über das gute Papier streichen und die Vertiefungen der Bleilettern erspüren.
Ein Buch lese ich wann ich will, ich greife es, schlage es auf wo ich will, notfalls mit Lesezeichen, das geht sehr schnell. Wie mache ich das mit einem eBook? Starten, warten, eintippen, mit Cursortasten spielen wie auf dem Mobiltelefon!? Und wenn ich in eine Buchhandlung gehe, kann ich das Buch ansehen und durchblättern. Ein eBook muss ich wie ein Brett anfassen und dann auch noch ganz anders bedienen. Das eBook zwingt mir ein Lese- und Bedienverhalten auf wie es auch schon der PC tut. Ein Buch mit Bedienerführung, ach nö. Da bin ich ja Sklavin des Geräts – gefällt mir nicht.
Ein eBook hat den Liebreiz einer Hochglanzschönheit aus dem Herrenmagazin, sieht nett aus, lockt mit sexy technischen „Vorzügen“, wirkt aber trotzdem unecht.
Vielleicht bin ich einfach zu sensibel!? Oder altmodisch?

Kommentare
#1 Usul schrieb am 12.2.2009 13:14 folgendes:
Ebooks werden Tote-Bäume-Bücher wahrscheinlich nie komplett ersetzen, genauso wie das TV nicht das Radio und das Kino oder wie die CD nicht die Schallplatte komplett ersetzt hat. Es wird immer Ecken und Nischen geben, wo es Bücher geben wird, wie groß diese Ecken und Nischen sein werden und ob vielleicht das Ebook selber auf eine Nische beschränkt bleibt, das werden wir sehen.
Ich würde Ebooks auch nicht an erster Stelle beim "Genusslesen" ansiedeln, sondern eher beim beruflichen bzw. informativen. Ich verstehe z. B. nicht, warum alle möglichen Nachschlagewerke und Gesetzestexte auf Papier rauskommen, wenn sich das sowieso jedes Jahr ändert und man eine neue Auflage braucht. Ginge digital viel besser. Generell, wo sich Daten schnell ändern und/oder sehr umfangreich sind, haben Ebooks ihre Vorteile. Das ist schon ein recht großer Markt, ich bin gespannt. Momentan sind die Reader für mich noch zu teuer und/oder zu schlecht.
Was man auch nicht vergessen darf: Durch Ebooks gelingt es vielleicht, Dinge in die Offline-Welt mitzunehmen, die es bisher nur Online gab. Einen langen Text, den man irgendwo im Internet gefunden hat, mal eben auszudrucken ist sicherlich umständlicher als dessen Konsum per Ebook-Reader.
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