Leider wird zum Gedenken dieser großen und schrecklichen Ereignisse vergessen, dass es jüdische Kultur in Deutschland gab und immer noch gibt, die aber viel zu selten beachtet wird. Jüdische Kultur fand und findet nicht nur in Großstädten statt.
Im Nachbarort gibt es die Synagoge in Ermreuth, die jetzt mangels jüdischer Bevölkerung nur noch ein Museum und Ort für Kultur verschiedenster Art ist. Ein alter jüdischer Friedhof ist im Ort auch noch vorhanden.
Gleich in der Nähe der Synagoge liegt das Haus der Schwarzhaupts (sie betrieben damals den Dorfladen), ein in Franken einzigartiges, noch einigermaßen erhaltenes jüdisches Wohn- und Handwerkshaus; das eigentlich, auch im Sinne des Denkmalschutzes, saniert werden müsste, um es der Allgemeinheit als Ort jüdischen Landlebens wieder zugänglich zu machen.
Leider ist dazu etwas mehr als nur ein kleines Eintrittsgeld notwendig. Der Bayerische Denkmalschutz ist knauserig und die deutsche Staatsregierung fördert ja lieber millionenschwere Monumentaldenkmäler und andere Prestigeobjekte. Es bekommt eine kleine Dorfsynagoge, obwohl sie einmal die bedeutenste Landsynagoge in Oberfranken war, nicht soviel Aufmerksamkeit wie die neue schöne Münchener Synagoge am Jakobsplatz seitens der Politiker und Journalisten. Schade.
Traurig, dass auch jetzt immer noch kein Geld da ist.
Aber wozu gibt es den Förderkreis Synagoge Ermreuth. Wenigstens von dort kommen Spendengelder, um wenigstens den jetzigen Zustand des Hauses halten zu können, damit nicht alles verfällt. Vielleicht in nächster Zukunft, könnte es ja sein, dass mehr Geld vorhanden ist, um das ganze Haus zu renovieren. Mal sehen. Ich hoffe.
NACHTRAG vom 1.9.2007
Wie die Erlanger Nachrichten schreibt, soll das Schwarzhaupt-Haus doch endlich saniert werden. Der Zweckverband Synagoge Ermreuth und der Markt Neunkirchen sollen 70.550 EUR zuschießen. Inwieweit die spätere Finanzierung zur Renovierung in 2010 gedeckt ist, weiß ich allerdings nicht. Das Ganze wäre aber sicher über Frau Nadler zu erfahren.

Kommentare
#1 GwenDragon schrieb am 13.8.2009 15:18 folgendes:
Es sieht leider so aus als ob die Gemeinde Neunkirchen doch nichts unternehmen kann/will oder zaudert, das Schwarzhaupt-Haus zu sanieren.
Nachdem im November der Zweckverband sich augeklinkt hatte <Quelle: http://www.nn-forchheim.de/artikel.asp?art=914365&kat=13>, drängt Landrat Glauber (CSU) auf eine Entscheidung für Sanierung oder Abriss. <Quelle: http://www.erlanger-nachrichten.de/artikel.asp?art=1064920&kat=19>
Besser wäre es, schlussendlich eine Entscheidung für das Haus zu treffen, schon deswegen, damit die Bausubstanz nicht noch schlechter wird.
Aber in Zeiten des Kassenleerstands in der Gemeinde und in Land und Bund sehe ich eher schwarz für das Projekt.
Jüdischer Kulturerhalt und Kampf gegen Antisemitismus kostet eben Geld. Da reicht es nicht wie in Gräfenberg nur ein Bündnis gegen Nazis auf die Beine zu stellen und ab und an zu demonstrieren.
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