Mal wieder eine kirchliche Organisation, das DIJG, ein Ableger der Offensive Junger Christen.
Beim DIJG findet sich ein Artikel über die Entstehung weiblicher Homosexualität.
Natürlich ist alles psychologisch begründbar und verwerflich. Aber nicht ganz unwichtig zu wissen, wie Psychologen etwas sehen, wenn ihre Sicht verzerrt ist.
Eine Frau Hallman-Burleson aus dem anglphonen Sprachraum schreibt also im Bulletin des DIJG zur Entstehung der weiblichen Homosexualität auf ganz wissenschaftlicher, sprich psychologischer Basis.
So konstatiert Janelle Hallman-Burleson (M.A., L.P.C.) Zitatauszug:
Wichtige Ursachen weiblicher Homosexualität
Die Ursachen für weibliche Homosexualität sind im wesentlichen in vier Grundfaktoren zu finden. ... Ich bezeichne sie deshalb als prä-lesbische Faktoren.
Hallman-Burleson im Bulletin S/03 des DIJG
- ... angespannte, distanzierte oder fehlende Bindung an die Mutter ohne verfügbaren Mutterersatz führt zu einem ungestillten Bedürfnis nach Bindung
- ... Erleben von sexuellem Mißbrauch oder anderen seelischen Traumata - meist durch einen Mann führt zu Angst vor Männern / Haß auf Männer
- Wenige oder keine Mädchenfreundschaften führt zu einem ungestillten, übermäßigen Bedürfnis nach Angenommensein und Zugehörigkeit
- ... Gefühl einer inneren Leere und eines inneren Entwicklungsstillstandes anstelle einer ganzheitlichen weiblichen Identität führt zu einem ungestillten Bedürfnis nach eigener, weiblicher Identität und danach, endlich ein Gefühl für das eigene weibliche Selbst zu bekommen
Ah ja. Kurz gesagt: Mama nicht da; Männer böse; Jungensfreundschaften; innere Leere - und schwupps, schon lesbisch.
So geht es in dem Artikel in der Art weiter. Gruselig bis abstrus.
Wer lesen will, kann sich ja den Artikel beim DIJG Weibliche Homosexualität - Ursachen und Symptome (PDF) herunterladen.
In jedem Falle braucht frau ein gehörige Portion Nerven, um den Unsinn lesen zu können.
Da aber Therapeuten eben eine Normierungsfunktion in der Gesellschaft haben, wird dieser Unsinn auch Eltern mit Mädchen und erwachsenen Frauen beeinflussen.
Interessant sind übrigens auch die Einträge über den DIJG bei Wikipedia
In jedem Falle passt das gut zu diversen anderen Artikeln über Kirchen und Psychosekten im Blog
Alle haben Angst vor dem Islam, vor Jahren war es die Scientology; aber die eigenen unterdrückerischen protestantischen und katholischen Sekten und abgespalteten Freikirchen samt ihrer Organisationen, Vereine und Institute werden staatlich geduldet und gefördert. Und die meisten Deutschen finden es auf Grund ihrer christlichen Kultur auch noch richtig.

Kommentare
#1 GwenDragon schrieb am 28.7.2007 14:45 folgendes:
Und auch andere christliche Therapeuten wie Frau Sigler-Smalz verstehen gut, was eine lesbische Klientin braucht, wie sie so ist, woher es kommt und was sinnvoll ist.
Gute Nachrichten: http://www.gutenachrichten.org/artikel.php?strArtikelDatei=ARTIKEL/gn06mj_art5.htm&strTitel=Die%20lesbische%20Klientin%20verstehen oder als PDF http://www.gutenachrichten.org/PDF/GN/gn06mj.pdf (Seite 11)
Alle der gleiche Tenor. Psycho-Verständnis, gepaart mit Unwissenheit und Ignoranz.
#2 lucina schrieb am 31.7.2007 23:04 folgendes:
Tjaja, und die Erde ist eine Scheibe, wissen wir. Wenn's nicht so aergerlich waere, dann koennte eine ueber so einen Bloedsinn ja hinweg gehen, aber solche Informationen pflanzen sich ja leider fort - nicht unbedingt in der Fachwelt, gluecklicherweise.
Aber wenn ich das richtig sehe, dann bin ich in deren Augen ohnehin nicht normal - die Variante, dass eine lesbisch ist, weil sie auf Frauen steht, kommt wohl in deren verklemmter Moralwelt ueberhaupt nicht vor. Was die fuer eine armseelige Sexualitaet haben muessen moechte ich nicht wirklich wissen.
Anyway ... und danke fuer den Link auf das Dokument.
Salút, Lucina.
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