Da kommt die Iranerin Yasmin K. nach Deutschland und meint, sie könne, weil sie lesbisch ist und ihr im Iran die Todesstrafe deswegen droht und diese auch vollzogen wird, bei uns Asyl beantragen.
Leider wusste die Frau nicht, was der deutsche und der berliner Behördenapparat ist. Gnadenlos, wie die persischen Henker selbst.
Dumm ist für die bedrohte Frau, dass Lesbischsein nicht nachweisbar ist, weder mit Geräten messbar noch durch irgendwelche Bluttests, auch nicht psychologisch. Und irgendein homophober Behördentrottel wird kaum einer Frau helfen, die nicht akzeptieren will, dass die Frau zum Manne gehört. Zudem könnte ja jede behaupten, dass sie lesbisch ist, wenn sie Asyl will.
Die Behörde fragt bei deren Mutter nach, ob die Tochter lesbisch ist. Natürlich nicht, denn welche muslimische Mutter und deren Familie würde dies bejahen? Zudem doch Eltern homosexuelle Kinder selten erwünschen oder akzeptieren.
Damit ist die Frau der Willkür der Behörde ausgesetzt. Kann sie nicht glaubhaft nachweisen, dass sie wirklich lesbisch ist, wird sie per deutscher Gründlichkeit dem Iran zwecks Hinrichtung ausgeliefert. Im Zweifel gegen die Angeklagte.
Der LSVD rief gestern wegen der unmittelbaren Bedrohung der Frau mit dem Aufruf zur Demonstration. Keine Abschiebung von Yasmin K. in den Tod zu einer Demo auf.
Indymedia berichtet im Artikel Abschiebung lesbischer Iranerin über das Ganze. Auf der Demonstration sprachen VetreterInnen des Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD), der Linkspartei/PDS Berlin, dem Bündnis 90/Die Grünen Berlin.
Ein Ausschnitt aus Redebeiträgen der Demo:
In den Redebeiträgen wurde die deutsche Migrationspolitik und Abschiebepraxis als rassistisch und homophob gekennzeichnet. Notwendig sei der kaum zu erbringende gutachterliche Nachweis irreversibler(!) Homosexualität, um als asylberechtigt anerkannt zu werden. Hingewiesen wurde zudem auf die Mehrfachdiskriminierung, die in dem Urteil erkennbar wird: Frau, Migrantin und Lesbe. So könne in der Praxis bereits das Erfordernis, sich einem Beamten gegenüber als Lesbe zu outen (bzw. zu beweisen) entwürdigend sein. Quelle: indymedia
Nein, so tolerant sind wir nicht in Deutschland. Wir bekämpfen Asylsuchende mit jedem Mittel; ob sie legal (durch Abschiebung) oder illegal (durch rechte Schlägergruppen) den Tod bringen.
Was interessiert da der Schutz des Lebens. Gilt eben nur für anständige Menschen wie Heterosexuelle und Deutsche. Für Asylnaten gilt das nicht. Die finden eben in Deutschland öfters den Tod als die Freiheit.
Aber das ist eben auch die neue menschliche Politik der SPD und CDU. Bürger- und Menschenrechte aufweichen, Todesstrafe unterstützen, Unschuldsvermutungen in Luft auflösen, Randgruppen und Schwache ausdünnen.
Der deutsche Staat und deren zeitweilige Vertreter sind schon wie früher gewissenlose Handlanger der Henker und Folterer anderer Länder.
Deutschland, mir graut vor dir!
Deutschland, es war das Land der Dichter und Denker.
Deutschland, du bist das Land der Richter und Henker.

Kommentare
#1 GwenDragon schrieb am 6.9.2007 21:10 folgendes:
Herr Mühlbauer von Telepolis ziemt sich nicht, vieles als Medienkampagne unter dem seltsamen Titel »Strange Bedfellows« darzustellen. Was ganz erstaunlich ist, dass der altherrenliche Begriff Lesbierin verwendet wird. Das tut weh, Herr Mühlbauer. Der Begriff ist schon in den 70ern des vorherigen Jahrtausends ausgestorben. Aber als Heterosexuellem sei das ihnen kopfschüttelnd nachgesehen.
Schöner Artikel. Ich sage nur: »Weird Brain, Mr. Mühlbauer. Well done!«.
#2 GwenDragon schrieb am 6.9.2007 22:22 folgendes:
Möglicherweise gewährt Italien der Frau Asyl.
Ist zu hoffen, nachdem Deutschland Dank des Rechtsstaates mit eisernem Besen auskehrt, um unerwünschte Menschen los zu werden.
Nachtrag: Nein, meine Vermutung bezieht sich auf die Iranerin Pegah Emambakhsh, welche aus England abgeschoben wird.↑Artikel
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