Jetzt haben sich auch die Welterretter im Talar und in der Gesellschaft daran gemacht, mittel diverser Vereine und Organisationen an die Entschwulung von Homos heranzutreten.
Deren Kollegen im Weißkittel und mit dem Psychosessel, ich meine damit zugelassenene Ärzte mit Psychotherapiekurzausbildung und Psychologen, mischen da auch gerne mit; Therapien bringen viel Geld ein.
Die zunehmende Verunsicherung der Männer, was ihre Identität anbelangt, hat wohl auch nicht vor den Kirchen und Therapiepraxen halt gemacht.
Auch dieser Artikel in der FAZ (in der fast wortähnlichen TAZ war auch schon ein merkwürdiger Artikel zum Homo-Thema) unter Umschwulung zum Ehemann lässt die geneigte Leserin das graue Haupt schütteln.
Da gibt es Christenmenschen, die wollen anderen Menschen ihr wohlgefälliges Heteroleben durch Gottes Liebe aufzwingen - mit Liebe, Gebet und Gewalt.
Mittels Gebet, Fasten, Beratung, Selbsterfahrung, Psychotricks und anderem Unsinn für Männer soll eine Abkehr vom schändlichen Tun und eine Hinwendung zur Frau erreicht werden.
Solche Vereine und Selbsthilfevereinigungen für Männer arbeiten nach US-amerikanischem Muster christlicher Fundamentalisten.
Eine Organisation wie 'Love in Action' führt mit einer Behandlung zur Stärkung von Männlichkeit, und Disziplin zu Abwehrmechanismen gegen homosexuelle Versuchungen zu einigen Erfolgen.
Ein dermaßen Umgepolter schreibt: Das Ganze ähnelte stark einem Drogenentzugsprogramm mit sehr strengen Regeln.
FAZ.net vom 19.7.2007.
Andere Organisationen wie 'Wüstenstrom' helfen beratend, betend, gruppendiynamisch austauschend und mit sonstigen psychologischen Mitteln dirigierend homosexuellen und anderen Männern heraus aus ihrer Misere hinein in ein erfülltes Leben mit Frau und Kind.
Ja sicher, das ist logisch, da muss jemand schon auf den Mann Zwang ausüben. Gefährliche Tendenzen müssen eben durch harte Mittel bekämpft werden. Weiche helfen im Krieg gegen die Ausbreitung der gesellschaftlichen, moralischverwerflichen Seuche Homo nicht.
Wäre ich christlich-fundamentalistisch würde ich das auch so sehen müssen.
Dann gibt es auch noch die Psychologie und Psychiatrie - allgemein als Wissenschaft anerkannt, aber eher im Ansatz aus der Philosopie kommend. Auch diese bieten einen Weg aus der Misere.
Trauma heilen - Homosexualität weg.
Ein weiteres unsinniges, aber perpetuiertes Credo, nämlich durch genügend Therapeuten und wohlmeinende Ärzte verbreitet.
Ein frühkindliches oder sonstwanniges Trauma verursacht Homo...
Ah ja. Wohl frei nach dem Motto: Nackter Onkel verführt Kind zu Homosexualität.
Oder: Vater schlägt achtjährigen Sohn - homosexuell!
Oder: Harte Arbeit hilft gegen Homosexualität. Das bekommen nur Städter.
Und ... und ... und ...
Solche Gedankengänge existieren und sind leider nicht der Boulevardpresse entnommen. Genügend Therapeuten leben mit einem solchen Unsinn im Kopf - nicht nur christlich-fundamentalistische.
Schlimm genug, dass diese psychologische Dummheit sich nicht nur in Kirchenkreisen hartnäckig hält, sondern auch in Therapeutengruppierungen oder gar Dachorganisationen für Psychotherapie, also nicht irgendwelchen suspekten Psychogruppen.
Wenn Therapeuten am Trauma herumgebastelt haben, dann ist die Persönlichkeit auch wieder unneurotisch, angepasst, ohne Persönlichkeitsstörung.
Das erfreut Klient und Therapeut - und die Gesellschaft erst.
Denn Homosexualität ist ein gesellschaftlicher Makel und eine Persönlichkeitsstörung im Sinne einer Krankheit.
Natürlich ist in Deutschland alles nicht so schlimm, oder? Schließlich sind wir ein freiheitliches kulturelles Land. Ob allerdings solche Freiheiten noch etwas gelten, wenn der evangelikale, katholische oder sonstwie religiöse Fundamentalismus auch hier zunimmt?
Die Zeiten sind wieder bereit für Fanatismus und faschistische Tendenzen, für das politische und intellektuelle Herbeten von auschließlichen Wahrheiten und ausschließenden Normen. Warum sollte da das Christentum, also die Staatskirche und ihre Abspaltungen menschen- geschweigedenn homofreundlicher werden? Homos haben doch keinen Nutzen für die Christenheit, oder?
Was bin ich doch froh, Gott los und schon gar nicht schwul zu sein.
Die geneigte Leserin wird wohl gemerkt haben, dass dieser Artikel ziemlich schwulenlastig ist. Aber über Lesben gibt es ja eher nichts zu schreiben. Lesben sind eben eine Garnierung im Leben von Männern, aber keine wirkliche Bedrohung.
PS: Ich frage mich, ob gerade CSD ist, weil ich im WWW auf so viel Homothemen treffe!???

Kommentare
#1 GwenDragon schrieb am 28.7.2007 15:28 folgendes:
Auch die NARTH, eine US-Organisation von Therapeuten, ist der Meinung, dass Lesbisch- und Schwulsein behandlungsbedürftig und heilbar ist. Es ist vermittels reparativer Therapie reversibel. Sucht mal bei Wikipedia nach NARTH.
Die US-amerikanische Psychologenvereinigung hat kein Problem damit, dass solche Kollegen Menschen helfen, zu einer heterosexuellen Entwicklung zurück zu finden. God bless America. :(
#2 Lucina schrieb am 1.8.2007 8:38 folgendes:
http://www.familiennetzwerk-deutschland.de/AngriffaufdieFamilien.htm
und hier:
http://www.peter-eichstaedt.de/Reden/Lebenspartnerschaftsgesetz%2010-11-04.htm
:-
Lucina
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