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Montag, 09. Februar 2009

Holocaust-Lügner Williamson rudert in den Untiefen der Medien

09.02.2009 · 14:53
Der in den letzten Tagen durch den Papst protegierte ehemalige Bischof und Anhänger der Pius-Bruderschaft Williamson hat es geschafft, sich aus seiner Holocaustlüge mehr oder weniger zu entwinden.
Der Papst hatte Williamson nebst drei anderen Anhängern der Bruderschaft wieder in die Kirche geholt; die Anhänger Lefèbres waren vor über 20 Jahren exkommuniziert worden, weil sie sich von der katholischen Kirche abspalteten.

Die Pius-Bruderschaft ist eine ultrakonservative katholische Sekte, die sich um den französichen Bischof Lefèbre geründet hatte. Ziel dieser Gemeinschaft ist es, die alte katholische Lithurgie (also in Latein) wieder einzuführen. Sie lehnt Frauen in der Kirche ab, folgt nicht dem Zweiten Vatikanische Konzil und ist strikt gegen den Dialog zwischen den Religionen. Die messianische Missionierung zum wahren Katholizsmus ist ihr Ziel – ob bei Juden, Moslems oder sonstigen Menschen.

Williamson hatte immer wieder seit Jahren offen in ausländischen Medien geäußert, dass die Ermordung über 6 Millionen jüdischen Menschen in KZs niemals stattgefunden hatte. Dabei berief er sich auf bekannte Holocaustleugner, Hinrichtungsspezialisten und andere seltsame Quellen. In einem Interview eines schwedischen Fernsehensenders war sich Williamsen sehr der Strafbarkeit der Holocaustleugnung bewußt, falls dies in Deutschland passiere – ihm war sehr wohl klar, was er tat.

Die positive Haltung zur Wiederaufnahme in die Kirche durch den Papst hatte viel Unruhe und Empörung in Deutschland ausgelöst. In Talkshows distanzierten sich Vertreter der deustchen katholischen Kirche vom Verhalten des Papstes, kritisierten ihn, Michel Friedman hielt den Papst sogar für unehrlich.
Sogar die Christdemokatin und Bundeskanzlerin Merkel forderte vom Papst eine Klarstellung des Sachverhaltes wie sich der Vatikan zum Holcaust verhält. Der Vatikan reagierte darauf allerdings ablehnend und weist jegliche Kritik zurück. Die Kritik durch die protestantische Bundeskanzlerin hat in den letzten Tagen viel Aufruhr im christdemokratischen, christsozialen und katholischen Lager erzeugt.
Nicht nur Politiker regten sich auf, nein, selbst Katholiken traten aus der Kirche aus, weil sie das Verhalten des Papstes nicht mehr billigen.
Dass Vertreter des jüdischen Glaubens nicht besonders gut auf die Kirche zu sprechen sind, zeigt der Abbruch des Dialogs bis auf Weiteres.

Selbstverständlich hat sich offiziell der Vatikan von der Leugnung des Holocaust distanziert, er hält solche eine Leugnung für inakzeptabel. Sicherlich schlüssig und richtig, denn die unrühmliche Verstrickung Papst Pius XII. zum NS-Regime ist dem Vatikan bestimmt noch im Gedächtnis. Zudem würde sonst das Handeln des Papstes Benedikt XVI. unglaubwürdig, ein Papst der den Dialog mit den Juden wollte und auch KZs wie Auschwitz besuchte, die Schuld der Deutschen eingestand. Allerdings leistete sich Papst Benedict auch unverständliche Aüßerungen wie zur Bekehrung der Juden zum Christentum, dem Vergleich Gaza sei ein KZ. Respektvoller Umgang, wie Italienische Rabiner meinten, kann das jedenfalls nicht genannt werden. Auch Israel „bedankte“ sich für diese Äußerung, die eher aus dem Hamas Wortschatz stammen könnte.
So ganz unproblematisch ist der Papst doch nicht, was judenfeindliche Äußerungen anbelangt; selbst wenn er sich angeblich missverstanden fühlt, was einem Akademiker und ehemaligen Leiter der Glaubenskongregation kaum vorkommen sollte. Selbst wenn einige Gläubige meinen, der Papst sei auch nur Mensch (deswegen unfehlbar!?) und habe auch seine Einstellung und Meinung.
Die offenen Arme für Holocaustleugner mögen kirchlich-verzeihend sein, lassen aber auch eine merkwürdige traditionelle Einstellung der katholischen Kirche zu Juden und Israel durchschimmern.

Natürlich erfreut sich Williamson einer kleinen Unterstützung durch den Papst mit der vergebenden Wiedereingliederung in den Schoß von Mutter Kirche; eine Waschung ist es allemal, selbst wenn es noch nicht zur erlösenden Salbung reicht.

Trotzdem wurde Williamson jetzt durch die Pius-Bruderschaft die Erlaubnis zur Erteilung von Seminaren in Argentinien entzogen. Sowas nenne ich „kleinen Hausputz“, da wird dann schnell der Dreck unter den Teppich geschoben.

Und Williamson meinte auch zum den Holocaust-Leugnungen, er habe sich vielleicht geirrt und müsse nochmals die Fakten und Quellen bezüglich des Holocaust prüfen. Das sagt fast jeder, der beim Lügen erwischt wird.

In jedem Fall wird die Vatikanic bestimmt einen neuen Eisberg wie Williamson finden, an dem sie sich selbst teilversenkt. Die Kirchen ändern sich nie, und eine einflussreiche Organisation wie die katholische Kirche erst Recht nicht. Äußerungen des Papstes waren noch nie unpolitisch, das Papsttum strebte immer über die Jahrhunderte nach Macht und Politik.

Autor: GwenDragon · Kategorie N World · Permalink · Kommentare (0) · Kommentar schreiben

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