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Donnerstag, 23. August 2007

Der Osten ist Rot!? Oder noch dunkler?

23.08.2007 · 22:25
Menschen in Bierzelten neigen ja nach dem Genuss von Alkohol zu Schunkelei, nach ärgerem Konsum von harten Alkoholika zu mehr oder weniger politisch angehauchtem Gegröhle. Oder nur zum Zeigen des Manneskraft, worunter Burschen gewissen Alters und ältere Herren eine Schlägerei verstehen. Auf Kärwas (hd. Kirchweihen) und Wies’n (hd. Oktoberfest), Kirmes (hd. Kirchweihen) und wie Volksfeste sonst noch genannt werden gehört sowas ja zur deutschen Kultur und Gemütlichkeit.

Dass allerdings auch das Absingen von Parolen nationaldeutschen Liedgutes dazu gehört, ist zwar nicht neu, aber es ist schon länger her, dass sowas angesagt war. Ältere Mitbürger wissen bestimmt, was ich meine.

Das Jagen von Menschen anderer Hautfarbe und Herkuft gehört nach dem allgemeinen Verständnis der Deutschen nicht mehr unbedingt zum heutigen Kulturgut. Auch wenn das einige nicht wahrhaben wollen oder wieder gern einführen würden.

So trug es sich nun im ehemals roten Osten, der jetzt schwärzer geworden ist und schon fast ins Braune umschlagen möchte, eine Menschenjagd zu, bei der fanatisierte Dorfbewohner, indische Männer durch das Dorf trieben und verprügelten. Die Geprügelten konnten sich nur in einer Pizzeria in Sicherheit bringen.
Dass wohl genügend Dorfbewohner tatenlos zusahen, nicht eingriffen, geschweigedenn die Polizei riefen, lässt den Verdacht zu, dass dort viele das Verprügeln und Jagen von ausländischen Menschen gutheißen und begrüßen. Aber es ist verständlich, dass eine Übermacht von Menschen auf einem Volksfest sich von wenigen Krakeelern einschüchtern lässt. Nichtstun und Kopfeinziehen haben ja so manche in der DDR gut gelernt und gelebt. Und das Fremde war schon gar nicht erwünscht.

Am nächsten Tag stürzte sich natürlich in üblicher Manier die Presse auf die Bewohner und interviewte einige. Antwort von so manchen war vermutlich standardgemäß: „Wie hätten wir denn helfen sollen?“ oder „Bei uns gibt es keinen Rechtsextremimus“ oder „Es gab schon einen Grund, dass die sich gewehrt haben“ oder „Wir wissen noch nicht, ob es sich überhaupt um einen fremdenfeindlichen Übergriff gehandelt hat. Das könnte auch eine ganz normale Festrauferei sein.“ und … und …
Ja, eben, wozu helfen? Das könnte weh tun. Und wer weiß, vielleicht haben es diese Fremden provoziert, es selbst verschuldet. Und ein Handy hat auch niemand zum Polizeirufen. Es ist den Leuten dort egal. Sie sind feige; fast möchte eine meinen, dass sie ausländische Menschen uneingeschränkt nicht lieben.
Der Bürgermeister tut natürlich vor der Presse so, als ob seit der Mauerniederreißung der demokratische Freigeist über die Ex-DDR gefallen ist und sämtliche Xenophobie sich in Luft aufgelöst hat. Nein, wie so oft gibt es den Rechtsextremimus immer woanders.
Zudem schadet es ja den Investoren, wenn es sowas gäbe. Ja, das könnte Investoren erschrecken, dass Deutsche immer noch wie zu Zeiten der Herrenrasse denken und handeln. Hauptsache ans Geld denken; die Geschädigten sind ja drittrangig oder lösen sich bestimmt bei der nächsten Abschiebung in Luft auf.
Aber so ist das eben mit der Übernahme des DDR-Erbes. Da erbt die Bundesrepublik auch die rechtgläubigen Bürger mit. Und pflegt diese Kultur auch noch mit der Unterstützung von Gemeinnutz in Form von Vereinen.

Erschreckend mit welcher Unverfrorenheit Politiker und Bürger Gewalt gegen andere verteidigen oder einfach Desinteresse zeigen. Braune Hautfarbe mögen so manche nicht, aber den politischen Farbmix von mehr oderweniger dunklem Rot-Schwarz (was bekanntlich bei Farbmischungen ein schlichtes Braun ergibt) mögen viele. Im Osten mehr, im Westen weniger. Das ist Deutschland! Ein Neues Deutschland. Ein aufgewecktes, aufgewachtes Deutschland. Und egal, was geweckt wird. Wir sind Deutschland, die richtigen Deutschen.

Es nutzt allerdings auch nichts, dass Anhänger der sogenannten Antifa sich schwarzvermummt mit Transparenten durch das Dorf wälzen, um den Bewohnern zu zeigen, was für schlechte Menschen sie doch sind, wenn sie Fremdenhass dulden. Wie so oft, die autonome und sonstige Linke scheint sich immer für eine moralische, pädagogische Instanz zu halten, wenn es um andere geht.
Aber ganz ehrlich, wer nimmt schon Leute ernst, die von außerhalb kommen und dann auch noch zu feige sind, sich selbst zu zeigen. Das mag der Dörfler nicht. Ich würde solche pseudopolitisch-pseudolinke Jungerwachsene mit schwarzer Kleidung und Sturmhaube auch nicht ernst nehmen wollen.

Der Osten? Nette Gegend!? Da ist es mir zu unsicher.

PS: Das nächste linke, autonome oder rechte Rollkommando oder eingeschnappte Ostler, denen meine Meinung nicht passt, möchten sich bitte zwecks Abreaktion ihres Unmuts an BMI, BKA oder Bild wenden, die haben Erfahrung mit Personen extremer Neigungen und Ansichten. Und wer glaubt, ich toleriere Gewalt, Verhetzung und Intoleranz hat nichts aus meinem Blog gelernt.

Autor: GwenDragon · Kategorie Gesellschaft · Permalink · Kommentare (0) · Kommentar schreiben

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