Wie das geht? Der Deutsche gründet einen Verein. Ein üblicher Verein mit langem Namen und dem demokratisch korrekten Vorsatz Gegen …
Im Schüler gegen Antisemitismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit e.V – was für ein Ungetüm und unverständlicher Zusammenhang – sollen Schüler witzige Videos über Rechtsradikale drehen, die dann online ausgestellt werden. Für die besten Videos werden Preise von mehreren Hundert Euro ausgelobt.
Laut Website wurde der Verein … von Schülern, Studierenden, Eltern und Großeltern gegründet
. Was der Seite inhaltlich auch wirklich an einigen Stellen an zu merken ist.
Da werden Rechtsradikale als Personen mit beschränktem Horizont und intolerant bezeichnet. Der Jargon ähnelt also auch dem des Gegners.
Absicht oder dummer Zufall? Das per Video zur Schau stellen vom angeblich dummen Gegner hat schon etwas Exhibitionistisches, vielleicht sogar eine Art Karikatur des Untermenschen? Das Verächtlichmachen und Herabsetzen auf einen Status eines niederen Menschen kommt mir bekannt vor. So gingen im Driten Reich die NS-Propagandisten des Stürmer gehen Roma und Juden vor.
Der Projektleiter Baron von der Ropp meint in einer Pressemitteilung, „Prävention statt Therapie“ heißt das Konzept, das mit Ironie und Satire gegen Rechtsextremismus arbeiten will.
Was bitte Therapie im Zusammenhang mit Politik zu tun hat, ist mir ein Rätsel. Ist politische Einstellung therapierbar wie eine Krankheit, wie eine Neurose? Eine etwas merkwürdige Vorstellung dem Ganzen zu begegnen. Oder sollen Schüler in einer Art Lach-und-Guck-Therapie zur Demokratie bewegt werden?
Auch der Domainnamen nazis-auslachen… ist schon etwas skurril, wohl irgendeinem illustren Arbeitskreis von Lehrern, Schülern und Sozpäds entsprungen. Einfältiger geht es nun wirklich nicht.
Und was nun ganz besonders lustig ist, das Programm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert auch noch das Ganze.
Vielfalt tut gut. Ja, das ist ein wahres plakatives Wort – wie eine Arznei zum kurieren eines kranken gesellschaftlichen Systems. Oder vielleicht: Vielfalt, der Multikulti-Drink! Nehmen sie einen Schluck und sie sind tolerant wie nie zu vor!
Ein paar Modellprojekte und schon rollt die Demokratie gegen das Bollwerk des bösen rechten Menschen und bricht es nieder. So einfach geht das.
Die Website schlägt eben eine politisch korrekte pädagogische Kerbe ins Hirn der latent vom Nazisein bedrohten Schüler und bewirkt auch noch mit dem webbigen Spaßfaktor den Webpranger 2.0. So sieht er aus, der doofe Nazi, soll wohl der Tenor sein. Zum Totlachen. Hahaha. Nicht wirklich. Eher gruseliger Pädagogi-Spaß.
Vielfalt tut gut und macht Mut – solange es gefördert wird. Wie in alten Zeiten der 80er, wo auch die Modellprojekte für Dieses und Jenes sprossen und dann schnell ohne Wirkung vergingen. Die plakativen Parolen der Projekte des MfFSFJ demonstrieren doch nur hilfloses Handeln der Politik.
Udo Vetter schreibt am 25.10.2008 im Lawblog, was für eine geniale Idee die Webseite doch sei:
Warum hat noch niemand daran gedacht, sich auf das Niveau der Gegenseite zu begeben und genau so zu agieren? Engstirnig, indem man eine politische Einstellung zu einer Krankheit erklärt (”Prävention statt Therapie”). Intolerant, indem man Andersdenkende ausgrenzt, statt die sachliche und, wenn notwendig, rechtliche Auseinandersetzung mit ihnen zu suchen. Menschenverachtend, indem man Rechte für minderwertig erklärt, sie zu Unpersonen macht.U. Vetter in lawblog.de
Er hat Recht.
Einfach die Waffen des Gegners nehmen und schon ist die böse intellektuelle rechte Stichwaffe eine liebe nette rosa-pädagogikgeförderte Schere.
Und ein bisschen videotechnisches Nazimobbing im Schüler-Community-Gewand kann doch nicht unkorrekt sein, solange es der Demokratie und Padagogik dient. Oder?
Bestimmte unliebsame Gruppierungen lassen sich nicht von so einer Initiative beeindrucken und den Zulauf der rechten Organisationen stoppt sowas nicht. Jugendliche, die dort hin wollen, kommen auch dort an.
Ich kann über das Nazi-Lachprojekt nicht Lachen.

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