Kaufhäuser, in denen Produkte mit Sale beworben werden. Sale – das soll wohl ganz besonders intelligent bedeuten, dass etwas verkauft wird. Nun ja, sonst würden die Häuser ja nicht Kaufhäuser heißen, sondern Schenk- oder Stehl-bei-mir-Häuser. Oder ist das für unsere ausländischen Mitbürger aus Übersee? Obwohl, die sollten doch mittlerweile genügend rudimentäre Deutschkenntnisse haben und wissen, dass ein Kaufhof kein Eheanbahnungsinstitut oder eine Börse für Stundensex ist.
Gegen die unnütze Verwendung des nicht für alle Menschen verständlichen Wortes Sale will sich jetzt der Verein Deutsche Sprache (IVD) mit der Senioren-Initiative Nürnberg (SIN) mit 4000 Unterschriften wehren. Verständlich, denn welche älteren Mitbürger verstehen denn das Dummenglisch der Werbung noch.
Nicht nur Come in and found out
(Komm rein und finde raus) oder Make the most of now
(Mach das Meiste von Jetzt) sind da merkwürdige Leiden der jungen Wörter. Es wird gedenglischt bis das Hirn platzt.
Was dieses Dummenglisch nutzt? Wenig. Wie im Spiegel in Life by Gorgeous - Leben in Georgien
beschreiben wurde, wissen nämlich die Beworbenen nicht immer was die Werbebotschaft wirklich bedeutet. Da wird aus dem Englischen schon mal „Leben in Georgien“ oder „Fühle das Differential“ bei einigen Autowerbungen.
Thomas Koch, Kommunikationswissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg, hat Anglizismen in der Werbung analysiert und wurde von der NN in einem Interview befragt.
Kurz und höchst unwissenschaftlich angemerkt, soll mit einer gehörigen Portion Pseudoenglisch (kein echtes, denn jeder Anglophone würde mit der Axt auf solche Wort- und Sprachevergewaltiger los gehen) soll Weltmännisches, ähm, ich meine natürlich „Global Whatever“, vermittelt werden.
Ein Produkt wird mit dem Wort cool besser gesalet und dann können sich die User ja noch ein Jingle für ihr Handy downloaden. Dieses Dummenglisch versteht angeblich die Jugend heute. Aber wer sonst fällt auch auf so ein Blah-Blah herein? Doch wohl nur Menschen ohne Stilgefühl und mit wenig Bildung. Oder sollte ich mich täuschen?
Es sieht so aus als ob die Hauptschulen mittlerweile ihre 5er-Noten-Schüler outsourcen oder heutige Abiturienten, studierte Designer und Werbefachleute nicht mehr in der Lage sind, zu denken. In Werbeagenturen wird teuer gedacht und gemacht; was dabei herauskommt ist oft Sch… Oder sind manche Auftraggeber auch schon leicht gehirnamputiert, durch häüfigen Whiskeykonsum verblödet oder einfach nur an WIG erkrankt?
Mir graut es vor einer Verdenglischung der Sprache.
Frei nach Metzgerei Boggnsack:
»Wou is’n des Hiarn?«©2000 Bernd Regenauer
»Na, do wous hi ghert!«
»Des glab i net.«
Ja, wenn’s so weiter geht, brauchen wir kein Hirn mehr. Dann reicht ein USB-Stecker am Kopf zum Einspeisen der Werbung und des Wissens. Dann geht der Nürnberger Trichter endlich in seinen verdienten Ruhestand.
Denken ist out. Hol dein Wissen bei Wikipedia, als Handyspiel oder Klingelton. Denken ist uncool. Und nicht notwendig.
Und wenn es Not tut, dann hilft ein Thinkpad oder ein Politiker beim Denken im Alltag. Schlimmer kann es nicht werden.

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