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Freitag, 26. Februar 2010

Mini-Tsunami will Kanzler der Aufrechten sein

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26.02.2010 · 18:47
Wieder einmal hat er zugeschwappt, der Mann von der Gerechtigkeitsfront, auch bekannt als Fast- und Vizekanzler Westerwelle. Der schwer an Verantwortung und Last tragende Verteidiger der Leistungsträger.

Wenn der Mann nicht im Ausland weilt als smarter Anwalt, deutsche Interessen vertretend, tritt er auch mal - auf und gegen... diese und jene.

Schließlich kann es nicht sein, dass ... und das ist gut so! ist sein allumfassendes Credo. So geht er vor gegen jede Art von Unrecht. Wortgetüme und Reden, wie sie keinen Platz mehr in Blättern wie Spiegel, BamS oder Welt fänden, werden durch ihn ausgedacht und als Wahrheit verbreitet.

Messianisch, forsch wie ein Jungfuchs schwingt er dem Gegner den Säbel entgegen, ihm eine Mensur verabreichend wollend, sodass der Unehrenhafte für immer gezeichnet sei. Ein Kampf gegen das Unrecht, welches die aufrechten Förderer und Bewahrer Deutschlands trifft. Ein Bollwerk gegen den Zerfall Deutschlands will er sein. Gerade, wenn der aufkeimende Sozialismus den neuen Klassenkampf ficht oder der aufrechte Recke gar einen Domestiken der Kanszlerin geheißen wird.

Dieser Kampf für das Gute, gefochten in den heiligen Hallen der Demokratie und in den Massenmedien, ist wahrlich schwer und anstrengend. Der Platz eines Wohncontainers oder eines gelben Busses "Die wilde 18" wie zu Jungfuchsens Zeiten reicht da nicht mehr aus. Da wird viel heiße Luft erzeugt und bewegt, deren Druckunterschiede einen Mini-Tsunami im Glashaus der Demokratie auslösen. Die Westerwelle, eine spezielle Argumentationsbrandung, schwappt dann lärmend um sich.
Begräbt jegliche Vernunft und Opposition unter sich und regt nach Abschwallen weiter zum Erzeugen heißer Luft an. Heiße Luft, die fast wie eine Windhose dem Geist der liberalen Gerechtigkeit entfleucht, neoliberal in der Glaskuppel des Reichstags zirkuliert, um dann mit intellektuellem Mief auf die Anwesenden herab zu fallen. Winde, die entfleuchen, angefacht durch die unerhörte Ungerechtigkeit, die ein schmarotzender Plebs aus der Sippe Prekarius den angesehenen Patriziern der Deutschen Mitte antut. Wahrlich, böse sind sie, diese Plebejer!

Diese Betrüger, welche die Wohltaten des Herrn Hartz (der Arnold-Schwarzenegger der Sozialpolitik, Serienheld aus Sequel I bis IV) nicht zu verstehen wissen, diese gar ausnutzen und faul, furzend auf der Chaiselongue herumfläzen, während hart arbeitende Politiker, Großunternehmer und Zahnwälte (gutbetuchtes Wesen aus dem Hause Jurisprudenz, Medizin & Co.) sich den ehrlichen Schweiß vom Sakko streifen müssen.

Ja, so sind die Sozialbetrüger, dumm und faul, genauso wie der römische Konsul Asinus - oder hieß der gar doch Equus!?

Viel klüger sind sie, die kriminellen Sozialschmarotzer. Klüger, gerissener als die Politiker.

Politiker, die da und dort ein Taschengeld fremder Leute einstecken, um die Meinung der Partei besser formen zu können, Einfluss zu erhalten. Oder solche, die sich wie Callboys teuer an den nächstbesten Freier vermieten lassen; da kann die Partei schon mal als politischer Zuhälter wirken, vor Wahlk(r)ämpfen ist alles möglich. Politiker, die ihren Hosenboden aus feinen Zwirn in Aufsichtsräten von Banken und anderen Großunternehmen abwetzen, dafür ein nicht unerhebliches Zusatzgehalt, das Mehrhundertfache des Existenzminimums eines Bürgers kassieren, selbst aber keinerlei Leistung erbringen, sogar in Unwissenheit und Dummheit herum raten, was denn nun der Job eines Aufsichtsrats wäre. Politiker, die nicht wissen was sie tun, oft an Vergesslichkeit bezüglich ihres Sagens und Tuns hadern. Politiker, die gern Almosen an notleidende, bankrotte Banken ohne jegliche Kontrolle und Sicherheiten geben. Politiker, die Angst vor der neuen Unbekannten namens Wahlverlust, am braunen Rand Schwarzfischen und mit jedem Krakeelen wie ein Marktschreier erwarten, dass sie wieder im Ansehen steigen und damit den ihnen anhaftenden Fischgestank vergessen können.

So sind sie, die Leistungsträger der Macht.

Aus schlechten Menschen machen schlechte Zeiten eben keine guten und gar Wohltäter. Das gilt sowohl für die Plebejer als auch die Patrizier des Heiligen Deutsche Reiches der Rechtschaffenheit.

Gute Nacht, Deutschland.

Autor: GwenDragon · Kategorie Gesellschaft · Permalink · Kommentare (0) · Kommentar schreiben

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