Theorien und andere harte Drogen…
Bettina
Nun - meine Liebste neigt zum Denken. Messerscharf und analytisch. Warum sie das tut? Sie stammt aus einer gehobenen bildungsbürgerlichen Familie, in der oft diskutiert wurde. Sie ist außerdem Sozpäd, Geschichtenerzählerin, da ist Denken, Phantasie und Sprache auch wichtig.
Finde ich diese Neigung des vielen Denkens problematisch? Nein. Anregend. Weil Nachdenken und Reflektieren bei uns öfters in interessante Diskussionen und einen Austausch von Ideen mündet. Wobei ich hitzig (Drachins Gemüt) wohl eher furchtbare als fruchtbare Gespräche zustande bringe – furchtbar im Sinne von Logik und Interaktion; so erscheint es mir, kann aber falsch sein.
Denken und (wenn Zeit ist, stundenlanges) Diskutieren ist bei uns in jedem Fall beliebt.
Manchmal glaube ich, Denken ist ein legales Stimulanz.
Denken und Diskutieren fordert mich leicht aspergische (bin ich das wirklich oder ist das ein modisches self labelling?) ITlerin erheblich, wenn ich den roten Faden (Ariadne hilf!) dabei öfters verlierend, über Politisches, Gesellschaftliches, Feministisches, Märchenhaftes und Anderes mit ihr rede.
Um eine erlebte Situation, einen Gedankengang zu beschreiben, ersinnt mein Hirn manchmal einen Spruch. Was nicht immer angemessen erscheinen mag, wenn man mich nicht kennt. Mein randalierender, oft unterdrückter Sprachwitz muss sich ausleben. Vielleicht ist es auch nur ein Tick von mir, eine Art linguistisches Tourette-Syndrom. Vielleicht eine Art sprachlicher Selbstverteidigung. Vielleicht ist das Schmieden eines Spruches der Respekt vor so viel Verstand.
Ich sollte deswegen mal meinen Therapeuten Ijon Tichy konsultieren.

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