Als ob ein Geist durch das Web geht. So treiben Vermutungen und Meldungen seit Mitte 2007 in den Weiten des Web herum wie ein herrenloses Boot auf einem Meer ohne Wind.
Golem vermutete: Erste Beta-Version noch dieses Jahr geplant
. Die Heise Online-Redaktion schrieb nach der Mix 07 Microsoft-Pläne zum Internet Explorer 8
.
Natürlich landet das Nachrichtentreibgut auch auf anderen Blogs.
Mary Joe Foley konnte im Blog des ZD-Net auch nur Vermutungen über den neuen Browser anstellen: What’s next for Internet Explorer? Microsoft opens up (a little)
. Auf Molly.com machte Molly Holzschlag ein Interview mit Bill Gates, aus dem aber auch nicht viel zu erfahren ist als dass mehr Informationen über den IE 8 zur Mix 08 erscheinen. Auf Chip.de wird sogar enthüllt, dass sich Microsoft mit dem Internet Explorer 8: Im Kampf gegen Firefox
befindet, um verlorenen Markt zurück zu gewinnen. Im PC-Praxis-Blog sieht der Redakteur das eher kritisch und meint auch mal lapidar: Und die Versprechen aus Redmond können mir erst einmal gestohlen bleiben …
. Der Webstandard schreibt vor einigen Tagen in Aussicht auf den Internet Explorer 8
zusammengefaßt, das was über das halbe Jahr schon gemeldet wurde.
Wie gesagt, Vermutungen und Hoffnungen.
Auf die Frage, was kann der neue IE, ist er besser, kompatibel zum Web, sollte eine derzeit nur vorsichtig wie bei Radio Eriwan antworten: „Im Prinzip ja, aber…“
Auf anderen Blogs wird sich weniger fein über die Marotten des Internet Explorer ausgedrückt. So benennen über Jahre genervte und frustrierte Webentwickler und -designer den Browser als … still stinks
oder gar doesn’t just suck, it also blows!
.
Auf deutschen Blogs heißt der Browser auch schoon mal gerne mehr oder weniger scherzhaft Internet Exploder
oder internal experiment
. Alles bestimmt nicht sehr lustig für Microsoft.
Woher diese brüsken Reaktionen? Nun, Internetnutzern und -entwicklern wurde seitens Microsoft versprochen, sich mehr um die Webentwickler zu kümmern, was dann aber nach dem Erscheinen der Version 7 irgendwie versickert ist. Zudem genügend Bugs, die Webdesign und -entwicklung betreffen, eben nicht wie bei anderen Browsern öfters gefixt werden. Sowas verärgert genügend Leute, egal ob diese freiwillig den IE zum Surfen verwenden oder weil sie Cross-Browser-Entwicklung für’s Web machen müssen.
Aber es besteht so kurz vor Jahresende oder Weihnachten, da ja auch sonstwelche Wunder immer wieder nahen, Hoffnung für eingefleischte Microsoft-Fans und Kann-nicht-umsteigen-Benutzer.
Auf dem IEBlog bei MSDN ist es nun geschehen. Kurz und schmerzlos steht da: Internet Explorer 8
.
Und was soll er alles besser können (wie die Vorgänger auch jedesmal)? Darüber git es leider derzeit nur Vermutungen und Gerüchte.
Web 2.0 soll er besser beherrschen, im Grunde genommen sind aber damit nur ein paar AJAX-Funktionen mehr gemeint; CSS 2.1 kompatibel sein; beim ACID 2 nicht durchfallen.
Kurz gesagt: All das können, was andere Browser schon seit fast zwei Jahren fehlerfrei beherrschen.
Wie eine Verheißung für Menschen, welche die Unfähigkeit der Versionen 6 und 7 satt haben, und ganz besonders die ersehnte Befreiung vieler Webdesigner von den Versionsschrecknissen und Unfähigkeiten der älteren IEs, unter netten Namen wie Guillotine oder Peeckaboo bekannt oder einfach nur hasLayout oder sonstwie.
Es wäre wirklich ein Wunder, wenn der Internet Explorer endlich mal Standards beherrschen würde, ohne Webdesigner mit Workarounds und Patches wie Conditional Comments, JScript-Patches oder CSS-Hacks zu nerven.
Warten wir’s ab.

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