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Samstag, 05. September 2009

Opera 10 – ein besseres Flaggschiff?

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05.09.2009 · 14:46
Opera 10, the fastest and most secure web browser
Vor einigen Tagen ist Operas neuer Browser der Version 10 erscheinen. Im Laufe der Zeit wurden einige Verbesserungen und Neuerungen eingeführt, deren Nützlichste ich vorstellen möchte.

Was ich gut finde


Operas neues Aussehen

Die Benutzeroberfläche wurde durch den Designer Jon Hicks überarbeitet und erstrahlt jetzt in einem sanften Graublau mit vielen neuen Buttons. Sicher lässt sich über das Grau streiten. Die vorherige Version 9.64 und die darauf folgenden Betaversion der Opera 10 gerieten für mich arg dunkel in der Benutzeroberfläche und das wirkte eher „depressiv“ gestimmt als modern.

Die Einführung von Opera Turbo führt zu einer erhebliche Steigerung der Ladegeschwindigkeit bei langsamen Verbindungen. Mit Opera Turbo werden durch einen Webserver bei Opera die Inhalte von Webseiten geholt, komprimiert und dann an den Browser gesendet. Dabei werden zwar Bilder stark komprimiert, jedoch kann die unkomprimierte Version auch per Kontextmenü abgeholt werden.
Bei langsamen Verbindungen wie DSL Light, falls mehrere Rechner im LAN in Internet gehen, oder ISDN habe ich auch schon den Vorteil von Opera Turbo genießen können.

Der Schnellstart, auch SpeedDial genannt, kann jetzt bis zu 25 Webadressen eingetragen werden und ein Hintergrundbild kann eingefügt werden.
Die Erweiterung auf so viele Webseiten finde ich ganz nützlich, für ein Hintergrundbild bei SpeedDial fand ich noch keine Verwendung.

Eine weitere Neuerung ist die Tabvorschau. Über den Tabs werden die gerade ladenden Webseiten angezeigt, dieser Ansichtsbereich kann in seiner Höhe innerhalb bestimmter Grenzen durch Ziehen der Maus geändert werden.
Ich finde das Feature nett, aber es ist für mich selbst unbrauchbar. Bei vielen offenen Seiten waren die Vorschauen einfach zu schmal. Der bei Grafikern beliebte Browser Safari das Ganze schöner gelöst.

Eingebunden wurde in Opera eine moderne Rechtschreibprüfung, die derzeit bis zu 48 Sprachen beinhaltet. Die Prüfung erfolgt softr bei der Eingabe. Ausnahmewörterbücher für die jeweilige eingestellte Sprache runden das Ganze ab.
Eine schöne Erweiterung, die ich auch oft mehrsprachig verwende. Leider ist es unmöglich, die Wörterbücher/Sprache bezogen auf Webseiten oder Domains fest zu legen. Gemischte Sprachinhalte in Deutsch und Englisch wie es öfters bei technischen Inhalten vorkommt, sind nicht einfach zu überprüfen.

Intern wurde die Renderengine zur Anzeige von Webseiten verbessert, die Geschwindigkeit steigerte sich bei der Anzeige komplexer Inhalte im Vergleich zu Opera 9.64 um ein Mehrfaches.
Auch dieser Geschwindigkeitszuwachs hat sich wirklich bemerkbar gemacht im Weballtag.

Weiterhin ist es möglich jetzt in Stylesheets (CSS) Webfonts einzubinden. Eigene Webseiten können dann mit automatisch herunter geladenen Schriften angezeigt werden, ein Zwang auf die sonst üblich grässlichen Schriften wie Arial, Times New oder Tahoma ähnlichen entfällt. dev.opera zeigt diverse Showcases von Websites.
Da nicht jeder Browser diese eingebundene Schriften anzeigt, habe ich noch keine wirkliche Verwendung dafür gefunden.

Ab sofort können echte Transparenzen mit verschiedenen Farbräumen in Stylesheets benutzt werden.


Opera Mail

Auch Opera Mail würde verbessert. So ist es möglich HTML-Mails zu erstellen. Außerdem kann jetzt auch direkt Webmail in Opera verwendet werden.
Da ich einen ganz anderen Mailclient verwende, kann ich über Opera Mail nichts sagen.


Operas Webseiten- und -Javascript-Debugger

Der Webseiten-Debugger Dragonfly würde verbessert. So wird mittlerweile auch die Zeitdauer einzelner Anfragen des Netzwerkverkehrs angezeigt, HTTP-Header sind einsehbar. Javascripte können schrittweise ablaufen, dabei die verschiedenen Variablen untersucht und geändert werden. Das HTML kann in einem Editor einfach verändert werden, die Webseite wird dabei aktualisiert angezeigt. Für das Testen und die Fehlerbehebung von Webseiten ganz nützlich.
Im Webentwicklerinnenalltag ein sinnvolles und unabdingbares Werkzeug.

Die Robustheit gegenüber schlecht gemachten, im HTML fehlerhaften Webseiten hat sich erhöht. Opera 10 zeigt viel mehr Webseiten an, die in Opera 9 noch erhebliche Probleme bereiteten.

Bei Abstürzen gibt es jetzt eine Crash-Meldefunktion. Mit einer zusätzlichen kurzen Beschreibung können die Daten des Absturzes an Opera übermittelt werden.
Praktisch, da der übliche Umweg über den aufwändigen Eintrag in Operas Bugtrackerseite entfällt. Es werden dann vielleicht mehr Bugs bei Abstürzen gemeldet wie vorher.

Ansonsten wurde ein bisschen an HTML 5 und CSS 3 gerumgefeilt, ARIA eingeführt, SVG erweitert.

Nachzulesen sind Änderungen und Erweiterungen seit Opera 9.64 im Changelog des jeweiligen Betriebssystems auf der Downloadseite.

Was fehlt

Leider fehlt immer noch in Opera eine schnelle Javascript-Engine, die vorgestellte Carakan wird wohl erst in der nächsten Final eingebunden.

Auch die Unterstützung von Vega, Operas Vektorgrafikbibliothek, lässt noch auf sich warten. Vega ermöglicht in Opera die Verwendung der Grafikkartenhardware für rechenintensive Grafiken wie beispielsweise mit SVG möglich unter OpenGL oder Direct3D. Vega wird wohl erst in der neuen Renderengine Presto 2.3 kommen.


Opera Unite in der Opera 10.10 Beta

Opera Unite, der Webserver für den Datenaustausch zwischen Mitgliedern auf my.Opera wurde in der derzeitigen 10 Final nicht eingebunden. Opera Unite bietet die Möglichkeit mittels Diensten – fertige und solche, die in Javascript selbst programmiert werden können – mit Anderen zu kommunizieren. Daten auszutauschen, Fotos bereitstellen, einen kleinen Webserver zu betreiben, zu chatten, Notizen zu hinterlassen. Dabei wird der eigene Rechner als Datenspeicher verwendet. Zugriffe von Anderen können über Passwort gesichert werden.
Das ist alles sehr praktisch, denn so kann man Freunden die Urlaubsbilder zeigen, chatten, kurz jemand eine Nachricht hinterlassen. Und das Alles an einem Ort. Da müssen nicht mehre viel Webdienste besucht werden, um das zu schaffen.
Auch für Firmen ist Opera Unite ein sinnvolle Angelegenheit. Kunden können bei Problemen schnell Dateien hoch laden, die Entwickler oder der Support können auch wenn es notwendig sein sollte, schnell auf den Rechner des Kunden zugreifen.

Die Implementation der Widgets wie es das WHATWG vorsieht, ist immer noch sehr fehlerhaft. Unter Linux sind Objekte wie Audio nicht zu verwenden, die in Windows funktionieren.

Sclussendlich

Ein schöner neuer Browser, optisch ein bisschen aufgemotzt, mit Verbesserungen im Bereich HTML 5, CSS und Javascript.

Download bei Opera

Autor: GwenDragon · Kategorie Opera · Permalink · Kommentare (0) · Kommentar schreiben

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