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Mittwoch, 07. Dezember 2011

Spiegel verharmlost Jungfrauentest als Folter

07.12.2011 · 13:04

Der Spiegel berichtete über den sogenannten Jungfrauentest, ausgeübt durch ägyptische Geheimdienstler und Militärs an Frauen, um sie zu demütigen, von Demonstrationen abzuhalten und zur Abschreckung zu vergewaltigen.

Leider benennt der Spiegel das nicht als Vergewaltigung sondern als Folter.

Damit wird die zwangsweise Penetration der Vagina durch eine Hand als Quälerei angetan und nicht als Vergewaltigung benannt.
Eine spezifische Gewalt gegen Mädchen und Frauen wird als normale Quälerei (=Folter) eines militärregierten Staatssystems abgetan und als Gewalt gegen Frauen unsichtbar gemacht.

Es scheint für Männer* in Redaktionen wirklich "schwer" zu sein, Vergewaltigung nicht zu verharmlosen - Rape culture, blinde Flecken bei den Herren*, Vergewaltigung zu benennen?

Der Spiegel verdient damit den Orden "Macker des Monats".

*Bei Herren/Männer/Macker sind Frauen, die sich den üblichen verharmlosenden Einstellungen anschließen, gleichberechtigt mitgemeint.

Autor: GwenDragon · Kategorie Pranger · Permalink · Kommentare (24) · Kommentar schreiben

Montag, 05. Dezember 2011

Nette Verwandschaft – haben Sie schon mal geerbt?

05.12.2011 · 16:04

Vor Erbschleichern und lesbenhassenden Verwandten wird gewarnt, so könnte dieser Beitrag auch heißen.

Der deutsche Gesellschaftsstandard

Viele Menschen müssen sich ja keine Gedanken machen wie sie Vermögen oder Eigentum weiter geben. Bei den meisten greift die (natürliche) heterosexuelle Erbfolge, sie sind verheiratet und/oder vererben an ihre Kinder weiter. Notfalls machen Verheiratete ein Berliner Testament und beerben sich gegenseitig.

Können Lesben erben?

Bei Lesben sieht das anders aus. Partnerinnen von Lesben sind als Fremde nicht erbberechtigt, vorrangig bevorzugt und plichtteilsberechtigt sind beim Erben die Eltern nebst deren Abkömmlingen (also auch Geschwister) der Verstorbenen. Was das für Partnerinnen bedeutet, kann sich jede ausmalen. Missgünstige, geldgierige bis lesbenfeindliche Personen werden die Hinterlassenschaft der Lebenspartnerin plündern und zwangsversteigern. Die Erbfolge für solche feindlichen Personen im Verwandtschaftsverhältnis kann ziemlich weit gehen.

Schutz der hinterbliebenen Partnerin möglich?

Wie schütze eine das Vermögen und Eigentum im Erbfall vor Erbschleichern und widerlichen Verwandten?
Testamentarisch lässt sich zwar eine Partnerin als Erbin einsetzen, die horrende Erbschaftssteuer wird jedoch das ganze Erbe zunichte machen. Und Eltern bzw. Geschwister der Erblasserin lassen sich nicht testamentarisch ausschließen, da diese einen Schutz als (Pflichtteil)Erben in direkter Linie geltend machen können.

Erben wie Eltern und Geschwister lassen sich auch nicht als erbunwürdig ausschließen, da zur Erbunwürdigkeit diese versucht haben müssten, die Erblasserin zu ermorden. Auch Beledigungen, Diebstahl, Körperverletzung, Vergewaltigung in Bezug auf die Erblasserin gelten nicht als erbunwürdiges Verhalten.

Nur eine Verpartnerung schützt vor dem Raub der Verwandten. Lebenspartnerinnen haben einen Freibetrag von 500.000 und 250.000 EUR Versorgungsfreibetrag. Ein selbst genutztes Wohneigentum ist steuerfrei. Aber Achtung: Ein Testament ist nötig, um alles an die Partnerin zu vererben, sonst haben Geschwister und Eltern Pflichtteilansprüche und rechtlicher Terror droht.

Eure Erfahrungen und Meinungen

Es ist schon schlimm, dass Blut-Erbschaft durch Verwandtschaft mehr wert ist als eine liebevolle Partnerin.

Und wie ist eure Einstellung dazu, dass manche Verwandte nichts erben sollten? Wie würdet ihr das regeln, dass bösartige Verwandte die überlebende Partnerin nicht aus einem gemeinsamen Eigentum kicken können und die dann verarmt? Antwortet mir doch mal bitte, notfalls anonym per E-Mail, oder in einem Kommentar.

Gesetze:
Gesetzliche Erben zweiter Ordnung BGB §1925
Pflichtteilsberechtigte und Höhe des Pflichtteils BGB §2303
Übertragbarkeit des Pflichtteilsanspruchs BGB §2317
Pflichtteilsentziehung BGB §2333
Erbunwürdigkeit BGB §2339
Lebenspartnerschaftsgesetz LPartG
LSVD Erbrecht in Lebensparterschften
Für den Erbfall planen
Gemeinschaftliches Testament - Berliner Testament und Erbvertrag
Verfassungsgericht schafft Nachteile beim Erben Homosexueller ab
Gleiches Erbrecht für alle: Ja

Autor: GwenDragon · Kategorie L World · Permalink · Kommentare (6) · Kommentar schreiben

Samstag, 26. November 2011

Homosexualität in den palästinensischen Gebieten

26.11.2011 · 11:51

Arte-Reportage über Homosexualität in den palästinensischen Gebieten:


Quelle: Arte

Weitere Links:
Aguda
Aswat - Palestinian Lesbian Women

Autor: GwenDragon · Kategorie Gaza Westbank · Permalink · Kommentare (0) · Kommentar schreiben

Freitag, 11. November 2011

Ecuadors Heilkliniken foltern Lesben zwecks "Heilung"

11.11.2011 · 09:07

Wie die Menschenrechtsorganisation All Out meldet, existieren in Ecuador immer noch Hunderte illegaler "Kliniken", in denen Lesben gefoltert und vergewaltigt werden, um sie von ihrer "Krankheit" zu heilen.

Priester quält Lesbe zwecks Heilung
Quelle: © All Out

In Ecuador existiert eine progressive Verfassung, in der Menschen respektiert werden müssen, das Recht haben, so zu leben wie sie wollen – unabhängig von jeglicher sexuellen Ausrichtung. Außerdem gibt es dort eine Art "Zivil-Ehe" für Lesben und Schwule. Ecuador hat starke Gesetze zum Schutz von Frauen gegen Gewalt, die es durch zu setzen gilt.

All Out will mit einer Aktion an den Präsident Ecuadors, Rafael Correa, erreichen, dass diese illegalen Kliniken geschlossen und weitere Maßnahmen und Gewalttätigkeiten gegen Lesben unterbunden werden.

Es sollen 50 000 Unterschriften per Mail gesammelt werden. Derzeit sind es 13 000.
Nehmt euch bitte zwei Minuten eurer Zeit, um einfach zu helfen.

Unterschreibt bitte die Online-Aktion, um diese Vergewaltigungen und Zwangsheilungen gegen Lesben zu unterbinden.

Quelle: http://www.allout.org/ecuadorclinics

Weitere Links:
http://www.queer.de/detail.php?article_id=14832
http://www.queer.de/detail.php?article_id=9427
http://latina-press.com/news/101341-ecuador-30-kliniken-zur-behandlung-von-homosexualitaet-geschlossen/
http://www.sdgln.com/news/2011/10/06/ecuador-clinics-accused-torturing-lgbt-people-cure-them
http://www.psychologytoday.com/blog/side-effects/201108/curing-homosexuality
http://www.tetu.com/actualites/international/equateur-des-cliniques-torturent-les-lesbiennes-pour-les-guerir-20259

PS: All Out hat schon durch früher einige Aktionen erreicht, dass in Ländern Gesetze geändert wurden und Menschenrechtsverletzungen gegen Lesben und Schwule rechtlich verfolgt wurden. Ihre Aktionen haben mittlerweile eine internationale Reputation.

Autor: GwenDragon · Kategorie L World · Permalink · Kommentare (1) · Kommentar schreiben

Dienstag, 14. Juni 2011

Nazi-Onkel Richard füttert die NPD mit Geld

14.06.2011 · 17:47

Der süddeutsche "Familien-Nazi" Richard spendet an die NPD wie die Kartentante dank der Mithilfe netter zwitschernder Menschen mir verriet.

Brav, wenn man schon nicht beim Adolf mitmachen durfte und dabei sich am Kaffeetisch immer einen abgejammert hat, wenigstens der NPD spenden und die Welt vom "Schwulengesocks wie Fräulein Westerwelle" und "Schmarotzern und Arbeitsscheuen" reinigen!
Aber seltsam, warum der NPD spenden, das Geld ist doch futsch! Wo die doch sowieso immer zu links waren!?
Alter Fascho-Dummkopf!

Autor: GwenDragon · Kategorie Gesellschaft · Permalink · Kommentare (0) · Kommentar schreiben

Dienstag, 07. Juni 2011

Abschiebung von Yasar verhindern

07.06.2011 · 13:20

Yasar muss bleiben!

Transsexuelle aus der Türkei von Abschiebung bedroht!
„Verein Menschenrechte“ hat das Asyl-Verfahren verpatzt!

Yasar kommt aus der Türkei und hat im September 2009 in Österreich einen Asylantrag gestellt. Sie wurde in der Türkei mehrmals von der Polizei und von transphoben Schlägern misshandelt, weil sie transsexuell ist.

Bei einem Messerattentat wurde sie durch einen Lungenstich schwer verletzt und die Polizei hat es abgelehnt, eine Anzeige auch nur entgegenzunehmen. In Folge der Misshandlungen ist sie auf einem Auge blind. Die Familie betrachtet Transsexualität als Blutschande und hat Auftrags-Mörder auf sie angesetzt. Yasar ist untergetaucht und wenn die Familie sie findet droht ihr die Ermordung. Einige enge Freundinnen Yasars wurden in den letzten Jahren umgebracht.

Yasar hat in der Türkei vollständig als Frau gelebt. Ihr Personenstand ist allerdings noch männlich. In der Pubertät hat sie weibliche Formen entwickelt und es besteht der starke Verdacht, dass sie eigentlich intersexuell ist.

Yasar wurde im Asyl-Verfahren durch den Verein „Menschenrechte“ vertreten. Ihr Asyl-Antrag wurde in erster Instanz abgelehnt. Die Rechtsvertretung von „Menschenrechte“ hat es verabsäumt, fristgerecht Berufung einzulegen und auch das Wiedereinsetzungsverfahren gründlich verpatzt.

Am Sonntag, 29. Mai wurde sie in Wien festgenommen und in Schubhaft verbracht. Ein Versuch, eine Abschiebung unter Berufung auf Art. 3 EMRK (Refoulementverbot) noch zu verhindern ist gescheitert.

Die Abschiebung ist für den 15. Juni 2011 festgesetzt.

Nachdem alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft sind ist es nun nötig, den Fall an die Öffentlichkeit zu bringen, um möglichst viel Druck zu erzeugen. Wir werden die Presse informieren und auch bei offiziellen Stellen Druck erzeugen oder um Hilfe ersuchen.

Der nächste Besuchstag für Yasar ist am Mittwoch, 8. Juni, Nachmittag.
WIR RUFEN ZU EINER KUNDGEBUNG AUF:
8. Juni 2011 um 17:00
Vor dem Polizeianhaltezentrum
am Hernalser Gürtel Ecke Breitenfelder Gasse

Trans sein ist in der Türkei lebensgefährlich. Wir erfahren fast jeden Monat von einem Hass-Verbrechen an einer Trans-Frau in der Türkei.

Yasar darf nicht abgeschoben werden – es würde sie töten !

Sofortige Freilassung Yasars aus der Schubhaft !

Aufenthaltsrecht in Österreich für Yasar !

Netzwerk zum Schutz von LGBTIQ-Flüchtlingen in Österreich

ORQOA - Oriental Queer Organisation Austria (http://orqoa.at) :: Türkis Rosa Tippp der Rosa Lila Villa (http://traschq.villa.at) :: TransX - Verein für Transgender Personen (http://transx.at) :: Asyl in Not (http://asyl-in-not.org) :: Lila Tipp - Lesbenbestärkung vom Rosa Lila Tipp (http://www.villa.at/lilatip)

Der Aufruf wird unterstützt von:

RKL - Rechtskomitee LAMBDA (www.RKLambda.at) :: Jean-Pierre Garbade (Avocat, Genève) :: Trans Austria (http://trans-austria.org) :: Die Grünen andersrum (http://andersrum.gruene.at) :: Im Kontext (http://imkontext.at) :: SOHO - Sozialdemokratische Homosexuellenorganisation (http://www.soho.or.at) :: MiGay - Verein zur Integration und Förderung von homosexuellen MigrantInnen (http://www.migay.at)

BITTE VERBREITET DIESE INFO WEITER !!!

Gruppen, die die Kundgebung / eine Plattform unterstützen wollen:
bitte schickt ein Mail an transx@transgender.at

Protest

Protest-Mails an:
Innenministerium: ministerbuero@bmi.gv.at (Ministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner)
Fremdenpolizei: bpd-w-frb@polizei.gv.at (Referent Ziegler)

DOWNLOAD: Text-Vorschlag für einen Protestbrief (RTF)

Petitionen an:
Bürgermeister von Wien: michael.haeupl@spoe.at (Dr. Michael Häupl)
Bundespräsident: heinz.fischer@hofburg.at (Dr. Heinz Fischer)
Präsidentin des Nationalrats: barbara.prammer@spoe.at (Mag. Barbara Prammer)

DOWNLOAD: Text-Vorschlag für eine Petition (RTF)


Quelle: http://transx.at/Yasar.htm

Via LGBT Asylum News

Links: Interview/Podcast anhören

Autor: GwenDragon · Kategorie Gender · Permalink · Kommentare (1) · Kommentar schreiben

Sonntag, 15. Mai 2011

Gewalt von Frauen gegen Frauen

15.05.2011 · 12:12
Autor: GwenDragon · Kategorie Links · Permalink · Kommentare (4) · Kommentar schreiben

Dienstag, 10. Mai 2011

Uganda will Gesetz für Todesstrafe bei Homosexualität einführen

10.05.2011 · 10:56

Aktion gegen die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle in Uganda

Übersetzung des Textes von All Out:

Uganda: Stoppt das „Tötet die Homos“-Gesetz Jetzt!

Innerhalb der nächsten 72 Stunden könnten konservative gesetzesmacher_innen ein Gesetz verabschieden, dass LGBT zu sein zu einem Verbrechen machen würde, das mit dem Tod bestraft wird.
Dieses haßerfüllte gesetz ist Teil der Unterdrückung pro-demokratischer Kräfte innerhalb Ugandas durch die Regierung – und die Zeit drängt, dies zu stoppen.
Bitte unterzeiche diese Petition und teile Sie. Sie verlangt, dass der ungandische Präsident Museveni diese menschenrechtsverletzung verhindert, in dem er öffentlich verkündet, gegen das Gesetz ein Veto einzulegen:

President Yoweri Museveni:

The world is united with human rights activists in Uganda, in asking that you publicly declare your intention to veto the „Anti-Homosexuality“ bill.

Don‘t let this law, and the worsening human rights situation in the country, make Uganda in to a pariah nation in the international community.

Via: Mädchenblog

Bitte nehmt euch zwei bis drei Minuten Zeit und unterschreibt die Petition gegen die EInführung der Todesstrafe bei Homosexualität!

PETITION SOFORT UNTERZECIHNEN

Autor: GwenDragon · Kategorie G World · Permalink · Kommentare (1) · Kommentar schreiben

Mittwoch, 06. April 2011

CNN interviewt telefonisch Iman Al-Obeidi

06.04.2011 · 11:24

Ein Interview, das Andersen Cooper von CNN mit Iman Al-Obeidi telefonisch führte und am 4. April sendete:


Quelle: Youtube

Via http://feb17.info/media/cnn-full-interview-with-eman-al-obeidi

Autor: GwenDragon · Kategorie Libyen · Permalink · Kommentare (2) · Kommentar schreiben

Freitag, 01. April 2011

Iman al-Obeidi wurde vergewaltigt und verschleppt

01.04.2011 · 10:35

Vor mehreren Tagen hat sich die libysche Juristin Iman al-Obeidi verletzt in ein Hotel in Tripoli geflüchtet und die dort anwesenden Journalisten um Hilfe gebeten. Sie berichtete, sie sei von Gadafis Schergen vergewaltigt und gefoltert worden.

Verschleppung

Nach kurzer Zeit kamen Männer des Geheimdienstes und verschleppten sie vor laufenden Kameras.
Seit dem ist Iman al-Obeidi verschwunden.


Quelle: Youtube

Reaktion des libyschen Staatsfernsehens

Ein libyscher Regierungssprecher ließ verlauten, die Frau sei psychisch gestört. Eine übliche Methode Systemkritiker und Vergewaltigungsopfer unglaubwürdig zu machen. Ihrer Mutter wurde sogar seitens des Regimes Geld geboten , dass sie auf die Tochter einwirkt, die dann ihre Geschichte abändern sollte, um danach frei zu kommen.

Wie das libysche Fernsehen Jamahiriya TV auf diese Verschleppung reagiert, lässt sich in dem auf Video (englische Untertitel, bitte im Video den Button CC drücken) ab dem Zeitpunkt 01:18 sehen:


Quelle: Youtube

Analyse der Kommentare

Eine Analyse ist schwer möglich, da ich kein libysch kann und auf die Authentizität der Untertitel angewiesen bin. Trotzdem will ich es mal versuchen.

Von der Kommentatorin wird Frau Iman al-Obeidi und ihre Handlungen so beurteilt:

  1. Sie wird im Sicherheitsbüro königlich behandelt
    Sicherlich werden in jedem Sicherheitsbüro einer autoritären oder diktatorischen Systems die Menschen fürstlich behandelt. Geheimdienste und Staatspolizei wollen nur das Beste für den Staat, nicht das Opfer.
  2. Sie gehört nicht dem ehrenwerten Clan der Al-Obeidi an
    Der Hinweis auf die Ehre des Clans soll ausdrücken, dass sie sich unehrenhaft benimmt, und die Sippe beschmutzt.
  3. Der Clan der Al-Obeidi wird sie verstoßen, wenn sie die wirkliche Geschichte erfahren
    Eine vergewaltigte und/oder Lügnerin will/soll der Clan nicht dulden. Das würde deren Ehre beschmutzen.
  4. Sie wird immer wieder im Zusammenhang mit vergewaltigten Mädchen (girl!) genannt
    Damit wird ihr Status als Frau, als Juristin, zu einer unreifen, gar liederlichen Person herab gewürdigt.
  5. Aus psychologischer Perspektive würde keine Frau so offen vor Journalisten über Vergewaltigung reden
    Das ist zu bezweifeln, denn die Vergewaltigung durch Personen des Staates hat in dieser politischen Situation eine ganz andere Bedeutung und zudem ist sie Juristin und politisch kompetent, weiß was das Benennen bewirken kann. Außerdem reagieren Opfer von Vergewaltigung ganz verschieden.
  6. In unserer Kultur würde keine Frau, wäre sie Opfer einer Vergewaltigung, so agieren, ihre Familien würden sich zu Tode schämen, eher ihre Töchter töten - so sei der libysche Charakter
    Das Ganze spricht für sich. Die Frau sollte besser schweigen und nicht die Familie beschämen, sodass diese ihre Tochter töten müssten.
  7. Sie vergießt falsche Tränen
    Die Gefühle der Frau werden als Lüge umgedeutet.
  8. Menschen mit bestimmter Machtinteressen stehen hinter ihr
    Umstürzlerische Machtinteressen sollen also das alles inszeniert haben, es gäbe gar keine Vergewaltigung.
  9. Sie ist eine Lügerin
    Wieder eine Diffamierung, damit die Glaubwürdigkeit leidet.
  10. Sie und Andere wie sie haben Libyen ruiniert
    Somit ist sie ein Staatsfeind, eine Gefahr für Libyen.
  11. Ihr Name ist laut Ausweis überhaupt nicht al-Obeidi
    Auch hier wird ihre Identität angezweifelt, damit auch ihre Glaubwürdigkeit und ihre Erfahrungen.
  12. Selbst eine Prostituierte hätte mehr Ehre und würde ihr Land verteidigen
    Sie ist also noch unehrenhafter als eine Hure, wo in Arabien die Prostitution kaum hoch angesehen ist. Eine Frau eine Hure zu nennen, ist schon schlimm, zerstört jeglichen Status, aber noch schlimmer wie eine Hure - das bedeutet, dass sie ein Nichts ist, unehrenhaftes Freiwild für jeden.
  13. Sie ist einer Gehirnwäsche unterzogen worden oder wahnhaft
    Auch hier wieder das bezweifeln psychischer Gesundheit, die Vergewaltigung und die Gewalt als Phantasie oder feinlich-politisch infiltrierte Erinnerung.
  14. Sie hat mehr Interesse an ihrem Vorteil, dem Vorteil ihres Freundes oder ihrer Freunde als dem ihres Landes
    Gemeint ist im Sinne von boyfriend = Sexualpartner! Dass die Kommentatorin mehrere nennt, soll auch wieder den Schlampen- und Hurencharakter unterstreichen. Eine Hure ist unglaubwürdig, kann eigentlich auch nicht vergewaltigt werden, da sie ja ihren Körper verkauft.

Sowas nennt eine victim blaming, was diese Kommentatorin tut.

Libyen und der Westen

Jahrelang war Libyen ein gern gesehener Partner, weil es dort Öl gibt und weil Gadafi uns die afrikanischen Flüchtlinge vom Hals hielt. Und weil Gadafi angeblich dem Terror abgeschworen hatte, zuletzt 1988 ausgeübt als Flugzeugbombe in einer Maschinen der PanAm über dem Ort Lockerbie oder 1986 als Anschlag auf eine amerikanische Disco in Berlin. Auch mehrere Tausend ermordete Dissidenten vor mehreren Jahren störten im Westen niemand. Gadafi - wirklich ein lupenreiner Staatsführer.
Menschenrechtsverletzungen und Gewalt waren unwichtig und wurden von der EU und dem Westen ignoriert.
Bis libysche Gruppen sich im Anfang dieses Jahres gegen Gadafi wandten und nun schlecht bewaffnet den Revolutionsführer stürzen wollten, um zu mehr Freiheit und demokratischen Rechten zu gelangen.

Libysche Freiheitsbewegung und die Frauen

Dass die Welt leider nur auf die kämpfenden aufständischen Männer sieht, zeigt einen eingeengten patriarchalen Blick: Dass arabische Frauen sich nicht für Politik interessieren oder zu interessieren haben.

Wie Mädchenmannschaft schon berichtete, haben auch Frauen, libysche Richterinnen und Juristinnen mit Sit-ins und anderen Aktionen Widerstand geleistet. Eine dieser mutigen Frauen ist die Anwältin Salwa Bugaigis.

Unterstützende Aktion

Bislang vermisse ich seitens der deutschen Regierung, ganz besonders des Außeneministers irgendeine Reaktion.

Wer in Aktion für die verschleppte Juristin Iman al-Obeidi treten will, kann bei Avaz ein Aufruf an die Türkische Regierung unterzeichnen, damit diese zur Freilassung auf Libyen einwirkt. Schon in der Vergangenheit war die Türkei sehr erfolgreich verschleppte Menschen wieder frei zu bekommen.

Leute, lasst die Frauen, die für Demokratie und Rechte kämpfen, nicht allein!

Weitere Links:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,753408,00.html
http://www.avaaz.org/de/free_iman_al_obeidi/
http://www.rnw.nl/english/article/libyan-women-vanguard
http://maedchenmannschaft.net/mehr-demokratie-mit-und-von-frauen/
http://blogs.aljazeera.net/live/africa/libya-live-blog-march-29

Autor: GwenDragon · Kategorie Libyen · Permalink · Kommentare (2) · Kommentar schreiben
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